An manchen Tagen hat man das
Gefühl, Achterbahn zu fahren...
Es ist schön, wenn in der
örtlichen Zeitung über unsere Arbeit berichtet wird. Aber dann denken viele
Leute, dass sie ihr Tierproblem ganz leicht los werden können, und sagen dann:
„Ihr seid ja dafür da“. Fast alle Menschen, die aus dieser Motivation heraus
anrufen, beginnen das Gespräch mit:
´ich habe folgendes Problem...´
Ende letzter Woche wurden
wir von einer Frau angerufen, deren Schwester in ein betreutes Wohnen für junge
Mütter aufgenommen wurde. Das Haus, in dem noch die 10 jährige Katze lebte,
sollte am kommenden Montag geräumt werden.
´Kann ich die zu Ihnen
bringen?´
Dienstag
wurden wir von einer anderen Frau angerufen. Ihr Schwiegervater wohnt auf einem
Bauernhof und dort lief plötzlich eine Katze herum, die dann auch noch 3 Junge
zur Welt brachte. Höchstwahrscheinlich war sie aus diesem Grund dort ausgesetzt
worden. Der Schwiegervater kann aber keine Katzen auf seinem Hof gebrauchen.
´Kann ich die zu Ihnen
bringen?´
Am
Mittwoch wurden wir dann von einem Mann angerufen. Als er aus dem Urlaub
zurückkam, wohnte in seinem Schuppen plötzlich eine Mutterkatze mit 3
Katzenkindern. Der Mann hatte früher schon einmal eine streunende Katze und
einen streunenden Kater sterilisieren und kastrieren lassen. Aber eine Katze
mit 3 Babys war ihm einfach zu viel.
´Kann ich die zu Ihnen
bringen?´
Am
Mittwochabend rief ein anderer Mann an. Er hatte von jemandem 4 Zwergkaninchen
für seine junge Kinder besorgt. Sie mussten mit der
Flasche großgezogen werden, da die Mutter sehr krank war. So etwas ist für
Kinder ein schönes Erlebnis. Aber die Kaninchen wurden immer größer und
schienen gar keine Zwergkaninchen zu sein. Und nun passen sie kaum noch in die
Käfige und sind zu groß für die Kinder.
´Kann ich die zu Ihnen
bringen?´
Und am
Donnerstag wurden wir von einer Sozialarbeiterin angerufen. Sie begleitet eine
Familie, die vor kurzem ins Emsland gezogen ist. Sie passt auf, ob das 8 Monate
alte Baby gut versorgt wird. Und sie macht sich große Sorgen um den 12jährigen
Hund der Familie, der spindeldürr ist und kaum noch nach draußen kommt. Und
beim Tierarzt war er schon vor dem Umzug nicht mehr gewesen. Die
Sozialarbeiterin befürchtete, dass der Hund gar nicht gefüttert wird.
Wir
vereinbarten, dass sie versucht, das Einverständnis der Besitzer zu bekommen,
den Hund zu uns bringen zu dürfen. Als er dann hier ankam, war er superlieb und
entsetzlich mager. Er heißt Plato und war ein Rottweiler- Golden Retriever-
Mischling. Wir brachten ihn sofort zum Tierarzt. Die Besitzerin, die mitgekommen
war, unterschrieb ohne irgendwelche Schuldgefühle die Verzichtserklärung. Ganz
nebenbei berichtete sie noch, dass Plato schon als Welpe einmal von einem
Balkon geworfen worden war. Plato scheint Hodenkrebs zu haben und muss so
schnell wie möglich kastriert werden.
Die 2x3 Katzenbabys sind
inzwischen in den Niederlanden, bei Els Adams von der Stiftung „Dier en
Projekt“, angekommen. Sie versucht nun, für die sechs ein neues Zuhause zu
finden. Bevor unser „Superfreiwilliger“ Luc sie in seinem Auto mitgenommen hat,
hat der Tierarzt die sechs Katzenkinder gechipt und geimpft und ihnen einen
internationalen Pass ausgestellt.
Die zwei Katzenmütter wurden
Donnerstagmittag sterilisiert. Der Mann, der schon zwei andere Katzen hat, war
bereit, eine der beiden zurückzunehmen. Und die Sterilisation zu bezahlen! Die andere Mutterkatze bleibt bei uns.
Die 4 Kaninchen sind Mittwochabend noch gebracht worden.
Am Freitag wurden die zwei Böcke dann kastriert. Höchstwahrscheinlich ist ein
weibliches Tier durch Unachtsamkeit des vorigen Besitzers trächtig.
Die Katze der Frau die im
betreuten Wohnen aufgenommen werden musste, wurde Donnerstagabend zu uns
gebracht. Wir haben sie zum Checkup sofort mit zum Tierarzt genommen und sie
bleibt nun zusammen mit der sterilisierten Katze zunächst in Quarantäne.
Zum Glück war die Katze, die
Donnerstagabend gebracht worden war, bereits sterilisiert.
Bis jetzt haben wir 50,-€
für all die Tiere bekommen, von denen wir hier berichtet haben. Das wird die
Tierarztkosten natürlich bei weitem nicht decken...
So ist das oben Beschriebene
eine psychische und physische, aber auch eine finanzielle Achterbahn. Denn die
wenigsten Tiere bringen ein prall gefülltes Portmonee mit. Wenn Sie etwas zu
den Tierarztkosten beisteuern möchten, schauen Sie hier
wie Sie es tun können.
Falls Sie einer oder mehreren Katzen ein neues Zuhause
geben möchten, oder Menschen kennen, die noch gerne eine Katze aufnehmen wollen,
können Sie sich jederzeit bei uns melden. Es ist für uns kein Problem, eine
Katze aus den Niederlanden zurückzuholen.